An einem Strang ziehen

Am 27. August 2019 gab es am Mittag einen symbolischen ersten Spatenstich „Gleisumbau im Bahnhof Sande“. Dabei waren u. a. Minister, Staatssekretäre  sowie Vertreter von DB Netz und DB. In den Ansprachen gab es Lob für das rechtlich und finanziell Erreichte und Dank – letztlich auch an das Eisenbahnbundesamt für die Genehmigung der Planung. Bei der Rechtfertigung der Baumaßnahme fielen die Stichworte „Wilhelmshaven“ und „Jade-Weser-Port“ mit der Erwartung auf weiter steigenden Güterumschlag, der auch eine weitergehende Planung zur Kapazitätserweiterung des Jade-Weser-Ports notwendig mache. Nicht gesagt wurde, dass ausgerechnet das Eisenbahnbundesamt (EBA) sich jetzt eine vor Jahren erstellte Prognose des Seegüterverkehrs zu eigen gemacht hat, welche in der Auswirkung die ursprünglichen erwarteten Güterzugmengen auf der durch Sande verlaufenden Strecke Wilhelmshaven-Oldenburg drastisch reduziert mit negativem Einfluss auf das Nutzen-Kosten-Verhältnis des Ausbaus. Wenn die Redner der Veranstaltung  lobten, dass die Beteiligten an einem Strang gezogen hätten, sollte man bedenken, dass der Strang ursprünglich mitten durch Sande verlaufen sollte. Die Kommune und ihre politischen Vertreter aus der Region wollten nur an diesem Strang mitziehen, wenn er verlegt würde. Das hat man dort getan. Herzlichen Glückwunsch an die Menschen in Sande.

Ergänzung: Die Verkehrsrundschau und auch die Süddeutsche Zeitung erwähnen im Zuge der Berichterstattung über das Event , dass im Jahr 2025 77 Güterzüge prognostiziert seien ohne auf die drastisch gesunkenen Zugmengen in der vom EBA herangezogenen Prognose 2030 einzugehen.